Hubert Wimber ist Polizeichef in Münster. Ein Grüner. Das war bei seiner Einsetzung damals schon eine kleine Sensation und es gab auch Proteste. Sein größter Skandal bisher: Er hat mal auf dem Fahrrad auf dem Weg zum Dienst den Bürgersteig benutzt und ein ihm nicht wohlgesonnener Bürger hat ihm gedroht auf Grund seiner Beamtenposition für Ärger zu sorgen und Wimber hat sinngemäß geantwortet “Wieso stört Sie´s?”. Gemeint war auf dem Bürgersteig zu fahren. In der Presse war es ein kleines Politikum. Naja, das Volk braucht halt Brot und Spiele…
Seitdem hat der grüne Polizei-Chef für überraschend wenige Skandale gesorgt, die rechte Bürgerschaft hat ja schon mit terroristischen Unterwanderungen gerechnet. Aber: seriöse Arbeit jahrelang.
Aber jetzt hat er die Katze aus dem Sack gelassen: In der WN (Quelle: http://www.westfaelische-nachrichten.de/aktuelles/top_thema_1/1264037_Wirbel_um_Polizeichef_Wimber_Gewerkschaft_will_sachliche_Debatte.html) heißt es am 02.02.2010: “Grünen-Mitglied Wimber hatte in einem nicht zur Veröffentlichung gedachten Schreiben an den Deutschen Hanf Verband die Strafverfolgung von Drogenkonsumenten infrage gestellt.”
Und jetzt? Was nun? Anscheinend gibt es ein krasses Mißverhältnis zwischen Realität und Wunschdenken der Gesetzgebung. Ist Wimber der Mann, der Probleme anspricht oder ist er ein Problem? Ich weiß es nicht…

3. Februar 2010 um 13:42
Mein Kommentar bezieht sich v.a. auf die Schlagzeile, die leider nicht zum differenzierten Inhalt des Eintrags selbst passt: Wer sich für eine liberalere und mehr auf gesundheitsfürsorgliche Ideale ausgerichtete Drogenpolitik ausspricht, ist nicht automatisch Kiffer. Man muss ja bestehende Gesetze kritisieren dürfen ohne als Gesetzesbrecher oder deren Sympathisant (wobei Kiffen an sich ja eh kein Delikt ist) hingestellt zu werden – Ansonsten käme man ja auch als Terrorist ins Fadenkreuz, wenn man die Meinung äußert, dass Sicherheitshysterie und freiheits- und datenschutzrechtlich bedenkliche angebliche Präventionsmaßnahmen ein falscher Weg sind.
Oft dient ja die Polizei als Sündenbock und Feindbild für Menschen, die nicht mit der repressiven Innenpolitik zufrieden sind. Dabei äußern sich Polizisten und die Gewerkschaft der Polizei oft deutlich differenzierter zu Themen wie Jugendkriminalität, Drogenpolitik und Co. als die laute Gruppe von Politikern (mein schlimmstes Beispiel in diesem Zusammenhang: Roland Koch), die, oft mit Unterstützung der Medien, Kriminalität für politische Zwecke mißbraucht und Ängste und Vorurteile der Bürger fördert und bedient, um von ihnen zu profitieren.