Facebook oder Google, wer beherrscht das Internet?
Aktuell hat Google ein Quasi-Monopol bei den Suchmaschinen und Facebook ein Quasi-Monopol bei den sozialen Netzwerken. Und die Frage ist eigentlich: Wer dringt zuerst in das Geschäftsfeld des anderen ein, um die Vorherrschaft im Internet zu übernehmen?
Lange Zeit sah es ja so aus als ob der Aufstieg von Facebook nicht zu stoppen sei. Wo es früher im Fernsehen hieß: “Sie können uns per Email Fragen stellen” oder “auf unserer Homepage geht es im Chat weiter” heißt es aktuell nur noch:
“Auf unserer Facebook-Seite…”. Die Facebook-Seite hat also die Internet-Seite abgelöst. Es gibt Portale, die ihren Webauftritt aufgegeben haben und nur noch ihre Facebook-Seite pflegen. Eine Gefahr für Google, wer braucht noch eine Suchmaschine, wenn sich der User 90 Prozent seiner Zeit auf einer einzigen Domain aufhält, die er für das Internet hält? Dass irgendwann nur noch innerhalb von Facebook gesucht wird scheint realistisch, Tendenz im Machtkampf also pro Facebook.
Doch weit getäuscht, anscheinend scheint sich das Blatt gerade zu drehen: Google hat angekündigt ein eigenes soziales Netzwerk zu starten bzw. testet es gerade in einer Beta-Phase: Google+ bzw. Google Plus (mal sehen welche Schreibweise sich durchsetzt, ich bevorzuge Google+ und bleibe erstmal dabei).
Ein Paukenschlag, wenn Google+ es schaffen sollte sich gleichwertig oder sogar führend vor Facebook als soziales Netzwerk zu etablieren würde aktuell der Sieg klar an Google gehen. Und die Chancen stehen gut. Google+ macht einiges richtig, was Facebook falsch macht. Natürlich ist Google+ noch in der Beta-Phase, doch schon jetzt bleibt einiges festzustellen:
- Es wird mehr wert auf Datenschutz gelegt als bei Facebook
- Man kann bei allen Aktionen, vor allem bei eigenen Veröffentlichungen, diversifizieren. Das heißt man kann selbst entscheiden wer bzw. welche Gruppen die Information sehen dürfen, sie ich share. Und das Beste: Die Empfänger wissen nicht, in welche Gruppe sie einsortiert sind. Situationen wie: “Warum gehöre ich nicht zu Deinem engsten Freundeskreis” sind erstmal außen vor.
- Es ist möglich, über Google+ ein Business-Profil zu pflegen mit Geschäftskontakten und gleichzeitig seine privaten Kontakte mit Infos und Partyfotos zu versorgen, ohne alles zu vermischen.
- Videokonferenzen bzw. Videochat mit mehreren Personen ist integriert.
- man kann einzelnen Personen folgen (ja genau, wie bei Twitter…) ohne mit ihnen befreundet zu sein. “Befreundet” gibt es sowieso nicht, niemand muss sich gegenseitig die Freundschaft bestätigen. Jeder kann jedem einen Status zuordnen, ohne gegenseitige Verpflichtung. Das Ganze lässt Google+ bezüglich Kontakten sehr unkompliziert und entspannt erscheinen.
- und zuletzt: Niemand nervt mich damit ein Schwein füttern zu müssen oder einen Kaffee online trinken zu müssen…
Spielkinder werden sicherlich erstmal bei Facebook bleiben, die Reichweite von Facebook bleibt natürlich auch erstmal ein riesiger Wettbewerbsvorteil. Wer aber ein sozieles Netzwerk nicht nur privat nutzen will wird sicherlich zu Google+ wechseln und meiner Meinung nach wird eine große Masse folgen.
Bleibt zu hoffen, dass ich bei Google+ nicht auch bald zum Schweine füttern eingeladen werden kann…

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